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Corona und Immobilien

05.05.2020

Welche Auswirkungen hat Corona auf den Immobilienmarkt?

Tief ins Minus stürzen die Aktien weltweit infolge der durch die Pandemie mit dem Coronavirus ausgelösten Krise. Anleger bangen in dieser Zeit um ihr Geld. Dagegen gelten Immobilien trotz Corona weiterhin „als sicherer Hafen“ für Anleger, wie das Institut für Wirtschaft schreibt. Aber ist das so? Es gibt keinen Index, der Anleger in Echtzeit Informationen über deren Wert liefert.

Bei Immobilienkäufern kommt dazu, dass Menschen und Unternehmen in jüngster Zeit durch den durch die Cornoa Pandemie ausgelösten Aktien Crash an der Börse viel Geld verloren haben, wenn sie nicht rechtzeitig auf die Corona Krise reagiert haben. Dieses Geld fehlt nun für den Wohnungskauf. Andere Anleger haben hohe liquide Mittel, um weiterhin zu investieren. Für Großanleger bleiben die Immobilien also auch in der Corona Krise attraktiv, so Günther Vornholz, Prof. für Immobilienökonomie.

Wir haben keinen Echtzeit Index, aber es gibt Indikatoren: Die Mieten, deren Höhe und Nachfrage nach Immobilien vom Markt abhängen und die Zinsen, die der Kapitalmarkt bestimmt. Immerhin sind die Mieten sicher. „Die Wohnungsknappheit in den Ballungsgebieten und Städten bleibt, die Zinsen sind noch niedrig und viele Anleger haben hohe Vermögen. Mieten sind derzeit sicher“, so der IW Experte Voigtländer. Es kann zwar vorkommen, dass einige Mieter in der aktuellen Situation für einige Zeit nicht zahlen können. Diese Option räumen die Corona Gesetze ein, aber nachzahlen müssen die Betroffenen dennoch. Die Schulden sind nur gestundet.

Ob die Immobilien damit wirklich „stabil aus der Corona Krise“ hervorgehen werden, wie F. von Saucken vom internationalen Makler-Verbund Colliers voraussagt, hängt auch von der weiteren Zinsentwicklung ab. „Die Corona Krise hat Bauzinsen zuerst auf Talfahrt geschickt und lässt sie zur Zeit leicht ansteigen“, sagt Mirjam Mohr, Vorständin beim Finanzierer Interhyp.“ „Trotzdem ist Baugeld weiter sehr günstig“. Deshalb ist zu beobachten, wie viele Anleger sich jetzt noch die günstigen Zinsen sichern und derzeit unabhängig von der Corona Krise weiter investieren.

Dennoch: „Die Preise für Immobilien werden sich in der nächsten Zeit kaum bewegen“, sagt Andreas Schulten vom Marktforscher Bulwiengesa, „die Preisentwicklung ist ausgesetzt. Es wird durch die Corona Pandemie eine Weile ruhig zugehen, aber dann wird es auf dem gleichen Niveau wie vor der Krise weitergehen“. Stärker betroffen sind Gewerbeimmobilien. Auch der Eigennutzer wird aufgrund der aktuellen Lage den Kauf oder Bau seiner Wohnung oder seines Eigenheims eher zurückstellen. „Bei Unsicherheiten greifen die Menschen immer zu Wohnimmobilien. Dieser Bereich wird generell als Anlageklasse nicht so sehr leiden“.

„Die Auswirkungen der Corona Pandemie auf Wohnungsinvestments und wohnwirtschaftliche Projektentwicklungen werden im Vergleich zu anderen Assetklassen vergleichsweise gering sein“, Andre Adami, Bereichsleiter Wohnen von Bulwiengesa.

Auch Jan Wedemeier vom Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) verweist darauf, dass sich die wirtschaftliche Lage im dritten Quartal leicht verbessern könnte. Insgesamt erwartet er jedoch eher „kleinere Korrekturen“ am Immobilienmarkt. Wichtige Faktoren bleiben nämlich unverändert. Der Trend zur Individualisierung und zu Singlewohnungen, sagt der Wissenschaftler des HWWI, sei weiter Treiber des Marktes. Und es gebe durch die Wanderung in die Städte und Ballungszentren eine anhaltende große Nachfrage.

Fazit

  • Keiner hat in dieser Zeit die Glaskugel und kann mit Sicherheit die endgültigen Auswirkungen der Corona Pandemie auf dem Immobilienmarkt vorhersehen. Aber der Immobilienmarkt ist keine Exportbranche. Somit führt eine zurückgehende Nachfrage aus dem Ausland nicht zwingend zu sinkenden Absätzen bei Immobilien.
  • Wohnraummangel bleibt trotz Coronavirus bestehen. Neuer Wohnraum ist in den Städten rar und dringend erforderlich. Dafür wird auch nach der Corona Krise eine starke Bauindustrie dringend gebraucht.
  • Bauzinsen bleiben voraussichtlich niedrig.
  • Der Neubaumarkt ist ein langfristiger Investitionsmarkt. Damit ist er nicht so schnell zu verunsichern wie klassische, kurzfristige Konsummärkte.
  • Mieten bleiben stabil. Gegen einbrechende Mieten auf breiter Front spricht die Wohnungsknappheit in den Städten.
  • Durch Baustopp oder Bauverzögerungen kann der Neubau gebremst werden, was den Wohnraummangel in den Städten und Ballungsgebieten noch weniger entlastet.

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